




ALUMOS
Makonde-Künstler aus Kunduchi, Daressalam, Tansania
Mahagoniholz, einschließlich Baumrinde (Unterseite heller)
um 1980
Privatsammlung
Der Künstler Alumos hat seinen Namen und seinen Wohnort auf das Ruder der großen Figur in diesem sogenannten „Sklavenboot“ eingraviert. Die aus tropischem Hartholz oder Mahagoni handgeschnitzte Skulptur zeigt eine Gruppe versklavter afrikanischer Männer und Frauen, die von zwei arabisch aussehenden Männern in einem Ruderboot weggeführt werden. Die sehr ausgeprägten Emotionen der Figuren, sowohl die Verzweiflung der Gefangenen als auch die Gleichgültigkeit ihrer Wächter, kommen durch die wunderschöne Schnitzarbeit und die Nutzung der natürlichen Form des gesamten Baumstamms besonders gut zur Geltung. Anfang der 1980er Jahre wurde diese Skulptur in Tansania in Auftrag gegeben und gelangte anschließend in den Niederlanden. Leider hat der Name „Alumos“ bislang keine weiteren Informationen über diesen bestimmten Künstler oder andere Werke, die er möglicherweise geschaffen hat, ergeben. Stilistisch und geografisch gehörte er zu einer großen Gruppe von Künstlern, die als Makonde bekannt sind. Die 180 cm lange und schwere Skulptur verfügte über keinen stabilen Sockel, was dazu führte, dass sie umkippte und mehrere Figuren sowie Teile aus dem sehr harten Holz zerbrachen. Der Restaurierung ging die Sicherung und der zusammenfügung der Fragmente voraus, wie auf dem ersten Foto zu sehen ist. Die zerbrochenen Bestandteile wurden unter Spannung mit verschiedenen Klammern wieder zusammengeklebt. Zur strukturellen Abstützung beim Verkleben einer zerbrochenen Figur war ein kleiner Stift erforderlich. In Absprache mit dem Eigentümer wurde eine neue Halterung angefertigt, auf der die gesamte Skulptur nun ruht.
Haarle, NL/ Berlin, 2025